Unter dem Motto Umwelt konnten die Schülerinnen und Schüler aus acht verschiedenen Projekten auswählen, mit welchem Thema sie sich eine Woche lang beschäftigen wollten. Unter dem breitgefächerten Angebot fand sich für jedes Kind die richtige Gruppe.

Für die kreativen Kinder war Upcycling – Kreatives aus Müll die erste Wahl. Mit dem Vorhaben aus Müll schöne Dinge zu gestalten und zu entdecken, dass alte Sachen sich auf vielfältige Weise wiederverwerten lassen, kamen die Kinder voller Neugier in das Projekt. Der Fantasie waren hier keine Grenzen gesetzt und so entstanden aus mutmaßlichem Müll die tollsten Dinge. Die Kinder bastelten aus Pappe, alten Dosen und Plastikmüll originelle Puppenhäuser, coole Autos, lustige Tiere, bunte Insektenhotels und vieles mehr. Außerdem wurde unser Mensch-ärger-dich-nicht-Spiel auf dem Schulhof grunderneuert.

Auch bei den Müll-Superhelden wurde viel gebastelt. Der Müll hierfür wurde von den Kindern eigens gesammelt. Auf eindrucksvolle und erschreckende Weise wurde ein Teil dieses Müllhaufens auf dem Schulfest präsentiert und damit dargestellt, wie viel Abfall sich innerhalb kürzester Zeit sammeln lässt. Wie man Müll am sinnvollsten sortiert, lernten die Kinder von Herrn Antpöhler von der AWH, der mit seiner großen Mülltonne vorbeikam. Anhand von mitgebrachten Kleintieren aus seinem eigenen Kompost erklärte er außerdem, wie Bioabfall in Komposterde verwandelt wird. Am Freitag kam dann ein Müllauto mit zwei Müllmännern in der Schule vorbei. Die Kinder durften auf das Trittbrett steigen, eine Mülltonne ausleeren und in das Führerhaus klettern. Die Fotos aus dem Führerhaus wurden am Freitag stolz den Gästen des Schulfestes gezeigt.

Die Gruppe, die den Tieren auf der Spur war, war mit großem Eifer und viel Ausdauer in allen vier Himmelsrichtungen unterwegs. Mit dem Vorhaben unsere einheimischen Tiere und deren Lebensräume zu erkunden, wurden die Orte in unserer näheren Umgebung bewandert. So ging es in den Wald, den Steinbruch, auf eine Wiese, an die Weser und den Berverbach, um möglichst viele verschiedene Tiere zu entdecken. Besondere Aufmerksamkeit bekam die ‚rollende Waldschule‘ von der Initiative der Jäger. Dieser ‚Lernort Natur‘ beeindruckte auch noch auf dem Schulfest mit seinen ausgestopften Tieren, die alle liebevoll und mit Sorgfalt gestreichelt werden durften und von allen bewundert wurden.

Das Projekt Wasser beschäftigte sich eingehend mit dem Thema um das kühle Nass. Auch hier waren die Kinder viel in der Natur unterwegs, wanderten zur Weser und dem Beverbach und erkundeten mit der Biologin Annette Dombrowski-Blanke die Tier- und Pflanzenwelt an den Gewässern. Mit den Stadtwerken Holzminden besuchten sie außerdem den Trinkwasserbrunnen im Tannengrund und verfolgten die einzelnen Stationen zur

Trinkwassergewinnung. Für ihre Ausstellung hatten die Kinder eindrucksvoll die verschiedenen Wasserlebensräume aus Plastikfolie, Sand, Steinen, Blättern und anderen Utensilien nachgebildet. So wurden auf dem Schulfest in liebevoller Detailarbeit und dekoriert mit viel Playmobil ein Bach, das Meer, ein See und ein Fluss präsentiert.

Für die technikaffinen Kinder war das Projekt Stromgewinnung aus der Natur genau richtig. Hier wurde vor allem geforscht und entdeckt: Wie kommt der Strom eigentlich in die Steckdose und wie kann man Strom vielleicht sogar selbst erzeugen? Diesen Fragen gingen die Kinder auf die Spur. Sie lernten die verschiedenen Stromgewinnungsarten kennen und verglichen die Vor- und Nachteile von erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel Wasserkraft, Solar- und Windenergie. Und auch hier wurde gebastelt. Mit besonderem Eifer und mahnendem Zeigefinger wurden in dieser Gruppe zum Beispiel wolkenausstoßende Atomkraftwerke präsentiert.

In dem Projekt Walddetektive fanden sich die Kinder zusammen, die sich auf eine Forschungsexpedition in den Wald einlassen wollten. Mit Entdeckungs- und Experimentierlust und einer großen Portion Neugier ausgestattet, ging es für diese Gruppe den Fragen auf die Spur, was überhaupt der Unterschied zwischen Klima und Wetter ist, warum der Wald für unser Klima wichtig ist und was unsere Schulhefte damit zu tun haben. Bei einem Ausflug in den Wald wurden Bäume untersucht, Rindenabdrücke genommen und Bäumchen gepflanzt. Unterstützung bekamen die Walddetektive dabei von Frau Hecker vom NABU. Den kulinarischen Höhepunkt dieses Projekts bildete sicherlich das ausgedehnte Frühstück im Wald auf einem selbstgebauten Waldsofa, aber auch die Bastelarbeiten kamen hier nicht zu kurz und so wurde auf dem Schulfest neben fantasievollen Windspielen und Wetterdrachen aus Naturmaterialien auch selbst geschöpftes Papier dargeboten.

Dass Plastikmüll im Meer nichts zu suchen hat, davon konnten sich die Gäste des Schulfestes bereits im Eingangsbereich der Schule überzeugen. Denn in diesem Projekt wurden mit viel Ausdauer, Fantasie, Kleister, Draht und Pappmaché riesige Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner kreiert, die seither über unseren Köpfen schweben und uns täglich daran erinnern, dass Müll im Meer nun wirklich nichts zu suchen hat. Neben dieser Bastelaktion lernten die Kinder aber auch, wie der Müll eigentlich in die Meere kommt, wie dies verhindert werden kann und warum wir alle unter dem Müll in den Meeren leiden.

Das Maskenbauprojekt zeichnete sich darin aus, dass es darauf ausgelegt war, in einem Theaterstück zu resultieren. Die teilnehmenden Kinder wurden von der Theatergruppe ‚Theatre Fragile‘ zunächst einmal in Auftreten, Ausdruck und Selbstbewusstsein geschult, damit die anfängliche Beklommenheit abgelegt werden konnte. Denn dieses Projekt findet am 25. und 26.06.2022 noch seine Fortsetzung. Die in der Projektwoche gestalteten Tiermasken aus Pappe werden an diesen beiden Tagen in einem interdisziplinären Parcours im Wald präsentiert. Bereits auf dem Schulfest konnte man einen kurzen Blick auf die Masken werfen und neugierig auf das Stück ‚Wie du in den Wald hineinrufst…‘ werden. Alle Kinder des Maskenbauprojekts und das ‚Theatre Fragile‘ laden herzlich zu den Aufführungen ein. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Flyern, die in der Schule ausliegen.

Diese Woche voll bunten Treibens, fantasievollen Bastelns, spielerischen Lernens und friedvollen Zusammenseins fand ihren krönenden Abschluss am Freitag auf dem Schulfest. Von den Kindern und Lehrkräften bis hin zu den Eltern, Geschwistern und Großeltern schienen alle überwältigt und glücklich, nach so langer Zeit wieder einmal gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen, sich auszutauschen, von den Kindern die Ergebnisse und neue Bekanntschaften zeigen zu lassen und einfach den Tag zu genießen. Der Wettergott meinte es an diesem Tag ganz besonders gut mit den Gästen und so konnte bei Sonnenschein geschlemmt, gestaunt und nach Herzenslust geklönt werden.

Alles in allem war diese Projektwoche ein voller Erfolg und wir freuen uns auf die nächste, die ganz bestimmt stattfindet wird.

                                                                                            Autorin: Daniela Reinhardt