Vom 26.08. bis zum 28.08.2019 ging es für die vierten Klassen unserer Schloss Schule Bevern auf Klassenfahrt.
Zusammen mit den Lehrkräften Herrn Pass und Frau Reinhardt reisten 37 Kinder für drei Tage in das Mittelalterdorf Bokenrode. In diesem liebevoll gestalteten Dorf mitten in Fürstenberg  konnten wir das Mittelalter hautnah erleben.

Bei Ankunft wurden wir herzlich von der Herbergsmutter Frau Weber empfangen, die uns mit den hiesigen Regeln vertraut machte und alle in stilechte Kutten aus Leinen kleidete, damit wir auch optisch in das Mittelalterdorf passten.
In den folgenden drei Tagen gingen wir gemeinsam auf eine spannende Zeitreise.

Unter Anleitung des zunächst furchteinflößenden und – wie sich dann herausstellte – doch sehr lieben Stellis lernten die Kinder, wie ein Mittelalterdorf aufgebaut war, welche handwerklichen Berufe damals ausgeübt wurden und welches Werkzeug dazu benutzt wurde. Nach dieser kurzen theoretischen Einführung bei schönstem Sonnenschein ging es dann aber auch gleich in die Praxis.

Zunächst schneiderten sich die Kinder selbst einen Lederbeutel, der zugleich auch ein Würfelspiel beinhaltete. Um diese Beutel tragen zu können, musste als nächstes ein Seil hergestellt werden. In der dorfeigenen Seilerei lernten die Kinder in Gruppen, wie aus einzelnen Hanffasern Seile gedreht wurden.

Mit Floki erstellten die Kinder eigene Frühstücksbrettchen, die mit ihren Initialen gebrandmarkt wurden und die noch am Abend von den Kindern akribisch mit Schmirgelpapier bearbeiteten wurden, um sie so glatt wie möglich zu schleifen.

Zwischen diesen ganzen Aktivitäten blieb den Kindern aber auch Zeit das Dorf zu erkunden. So konnten sie sich in dem Strohhaus wilde Strohschlachten liefern, sich auf der Bühne in der Mitte des Dorfes gegenseitig an den Pranger stellen, mittelalterliche Spiele spielen oder einfach nur auf eigene Faust durch das Dorf gehen und der Fantasie freien Lauf lassen. Trotz des anstrengenden Tages und den vielen Angeboten war am Abend trotzdem noch genügend Energie für eine kleine Party auf den Zimmern übrig.

Der zweite Tag bot nach einem ausgiebigen Frühstück gleich zwei Höhepunkte: Floki führte in die hohe Kunst des Bogenschießens ein. Jedes Kind durfte drei Pfeile verschießen. Natürlich wollten alle ihr Glück versuchen und so entstand eine lange Schlange und Floki erklärte jedem Kind geduldig, wie Pfeil und Bogen gehalten werden müssen, um den Pfeil ins Ziel zu bringen. Die Treffsicherheit der Kinder war überraschend gut.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag war das Schmieden. Zusammen mit dem Schmied Sascha ging es in kleinen Gruppen in das Schmiedehaus. Dort konnten die Kinder unter Anleitung und mit Hilfe eigene Gegenstände schmieden. Es entstanden kunstvolle Kleinode, wie Herzen, Schlangen, kleine Pfeilspitzen und natürlich Messer.

Ein weiterer Programmpunkt des Tages war die Vorbereitung für das große Grillfest am Abend. Zusammen mit Stelli buken die Kinder in dem Backhaus eigene Brote, die sie abends zusammen mit Wurst und Salat verzehren konnten.

Bevor der Grillabend beginnen konnte, mussten die Kinder aber noch ihr Können und ihre Zusammenarbeit unter Beweis stellen. Am großen Lagerfeuerplatz erklärte Stelli, wie ein Feuer entfacht und am Brennen gehalten werden kann. Die Kinder hatten gut aufgepasst, denn nach nur kurzer Zeit brannte das kleine Lagerfeuer und das Grillfest konnte beginnen.

Bevor es an diesem letzten Tag zu Bett gehen sollte, konnten sich die Kinder entweder mit Brettspielen die Zeit vertreiben, mit Herrn Pass das geheimnisvolle Werwolfspiel spielen oder der Lesestunde von Frau Reinhardt beiwohnen. Müde von den vielen Eindrücken fielen die meisten Kinder danach ins Bett.
Vor der Heimreise am Mittwoch, gab es nach dem Frühstück noch einen letzten Programmpunkt. Zu Fuß liefen wir zum Schloss Fürstenberg, welches die Porzellanmanufaktur Fürstenberg beherbergt. Nach einer kurzen aber informativen Führung von Lars durch das Museum, in der wir lernten, wie Porzellan hergestellt wird, durften die Kinder eigene Porzellanteller bemalen. Es entstanden viele verschiedene Kunstwerke, die jetzt erst einmal gebrannt werden müssen und dann in den nächsten Wochen zur Schule geschickt werden.

Bepackt mit vielen Eindrücken, Erinnerungen, Geschichten und selbstgemachten Andenken ging es gegen Mittag wieder zurück in die Gegenwart und nach Bevern.

Dort wurden die Kinder bereits sehnsüchtig von ihren Familien erwartet.

Autorin: Daniela Reinhardt